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Förderung bei Spracherwerbsstörungen kleiner Kinder

Die Sprachentwicklung bei kleinen Kindern verläuft rasant von wenigen Lauten über Silben bis zu Wörtern und Sätzen. Dabei erfassen die Kinder die gesprochene Sprache  zunächst immer als Ganzes und mit der rechten Gehirnhälfte. Das bedeutet, dass sie auf den Sprachklang, die Intonation, die Sprachmelodie und den Sprachrhythmus achten und diesen nachahmen, bevor sie noch verstehen, was der Inhalt genau bedeutet.

Bei Kindern, die sehr spät zu sprechen beginnen, spricht man von sogenannten "late talkern". Andere Kinder können zwar sprechen, tun dies aber nicht oder nur in bestimmten Umgebungen oder Situationen. Hier sprechen die Fachleute von Mutismus bzw. selektivem Mutismus. Diese Kinder mit mutistischer Problematik können nicht aktiv steuern, wenn ihnen die Sprache wegbleibt. Selbst wenn sie sprechen wollen, gelingt es ihnen in bestimmten Situationen oder mit bestimmten Menschen nicht zu sprechen.

 

Wenn eine Kind zu wenig spricht, kann der Weg zum Kinder:ärztin oder zur Logopäd:in sinnvoll sein, denn wie auch in anderen Bereichen gibt es auch bei der Sprachentwicklung sensible Zeitfenster, in denen bestimmte Fähigkeiten erworben werden sollten. In jedem Fall müssen auch die Ohren abgeklärt werden, um organische Ursachen auszuschliessen.

Spracherwerbsstörungen können sich bei einer fehlenden Behandlung auch auf die Intelligenz auswirken. Für die Kinder ist jedoch zunächst  das Problem der Verständigung mit anderen. Sie wollen sich mitteilen können und müssen andere verstehen. Mit der eigenen Familie geht dies oft noch, da diese intuitiv weiss, was das Kind möchte. Bei Dritten ist das schon schwieriger, wenn ein gewisser Sprachschatz mangelt.

So leidet mit einem fehlenden Sprachverständnis, z.B. wegen einem fehlenden Wortschatz, die Teilhabe an der Gruppe in Kindergarten und Schule. Die Kinder müssen sich daher durch Nachahmen orientieren, häufig ohne alles zu verstehen.

 

Je nach Problematik und möglichen Setting gibt es unterschiedliche Ansätze zur Förderung. Kinder mit einer Spracherwerbsstörung brauchen, um sich zurecht finden zu können,  einen sogenannten Kernwörterschatz. Dieser besteht aus den am häufigst gebrauchten Wörtern einer Sprache. Mit ihm ist eine Grundorientierung möglich, da das meiste andere gezeigt oder aufgemalt werden kann.

Häufig haben diese Kinder auch Probleme mit den grammatischen Strukturen der Sprache. Es gilt also sowohl den Kernwortschatz als auch die Grammatik aufzubauen.

Zum Einsatz kommen hier beispielsweise der Ansatz der Kontextoptimierung oder auch der Wortschatzsammler, die beide auch von Nicht-Logopäd:innen und auch in Gruppen durchgeführt werden können. Ziel jeder Förderung ist, dass die Kinder ein Gespräch führen können.

Hilfen für den Alltag

Im Alltag kann ein speziellles Bildwörterbuch  hilfreich sein, wie man es unter http://zeig-es-sag-es.de/ findet. Dort findet man auch weitere Materialien zur Unterstützung der Kommunikation.

Gesten wie beispielsweise die von PORTA beim Sprechen auszuführen, hilft ebenfalls sehr, da die Gesten die auditive Verabeitung entlasten.Sie werden auch in Förderschulen eingesetzt.

Hat Ihr Kind Mühe die Sprache zu lernen? Sprechen Sie uns an. Gerne helfen wir weiter.

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